Windows 10 technical PerviewNachdem das November-Update für Windows 10 auf den meisten PCs angekommen sein dürfte, naht mit dem „Anniversary Update“ die zweite große Update-Welle für das Betriebssystem (OS). Das verriet der Software-Riese auf der Entwicklerkonferenz Build. Die intern als Redstone-Update benannte Aktualisierung erscheint für alle Plattformen und soll somit PCs, Laptops, Tablets, Smartphones, Microsofts Spielekonsole Xbox One und sogar die Datenbrille HoloLens erreichen. Zu den wesentlichen Neuerungen des Updates gehören die verbesserte Eingabe per Stift, die erweiterte Unterstützung von Windows Hello und neue Funktionen für Cortana. Wichtig für Nutzer älterer Windows-Versionen: Wer bis Ende Juli 2016 umsteigt, kommt gratis in den Genuss eines dann aufgebohrten Windows 10. Ab August gibt es das neue Windows nur noch kostenpflichtig.

Cortana: Die digitale Assistentin legt sich ins Zeug

Das Microsoft-Pendant zu Apples Siri erhält deutlich mehr Befugnisse und darf auf Kommando beispielsweise den PC herunterfahren. Auf Wunsch sucht die digitale Assistentin nach bestimmten Bildern auf dem PC und in OneDrive. Dabei geht es aber nicht mehr nur um neue Frage-Antwort Kombinationen, Cortana soll aktiv ans Werk gehen, also den Nutzer auch im Hintergrund betreuen, ohne dass man sie explizit fragt. Konkret bedeutet dies, dass sie dem Nutzer selbsttätig unter anderem Vorschläge macht und Hinweise vorbringt – so erinnert sie beispielsweise an Termine. Cortana lässt sich auch vom Sperrbildschirm aus nutzen, wenn der User sie mit „Hey Cortana“ aktiviert.

Microsoft Edge unterstützt Add-ons

Auch der IE-Nachfolger Edge profitiert vom Anniversary Update: Die wichtigste Neuerung betrifft die Browser-Erweiterung – endlich unterstützt Edge Add-ons, die frische Funktionen ergänzen. Manche Erweiterungen will Microsoft ab Werk einbauen – etwa den Bing-Translator, mit dem sich per Rechtsklick markierte Wörter übersetzen lassen. Spannend: Add-ons kommunizieren künftig mit Apps. Zum Beispiel leitet eine Screenshot-Erweiterung ein Bildschirmfoto ohne Umwege an ein Bildbearbeitungsprogramm. Microsoft nennt ferner Verbesserungen bei der Darstellung von Internetseiten. Wer einen Touchscreen verwendet, bewegt sich per Wischgeste durch den Browser-Verlauf.

Windows Ink und Cortana

Mit der „Windows Ink“ getauften Technik sagt Microsoft Notizen via Stift und Papier den Kampf an. Der Konzern verknüpft die Stifteingabe mit Cortana: So verbindet er den Vorteil der einfachen und schnellen Stifteingabe mit der künstlichen Intelligenz des Rechners. Kritzeln Sie etwa „morgen“ neben eine Notiz, erstellt Cortana eine entsprechende Erinnerung. Auch abseits der klassischen Handnotizen soll die Nutzung eines Stylus künftig mehr Vorteile bringen. Wer etwa auf Bing-Maps eine Linie oder Route einzeichnet, bekommt automatisch die Distanz angezeigt. Die Notizen-App ist im Benachrichtigungscenter integriert und läuft auch auf dem Sperrbildschirm von Windows 10. Praktisch, wenn es mal schnell gehen muss

Windows Hello & Co.

Microsoft baut mit dem Jubiläums-Update die Unterstützung von Windows Hello aus. Das System zur biometrischen Erkennung diente bislang dazu, die Windows-Anmeldung zu vereinfachen. Das System setzt auf den Fingerabdruck wie beim Surface oder auf einen Retina-Scanner wie beim Lumia 950. Künftig sollen auch Apps aufs System zugreifen und es nutzen. Als Beispiel während der Präsentation wurde der Edge-Browser genannt – Hello erleichtert da unter anderem die Anmeldung auf Webseiten.

Windows 10 und Xbox One: Neues für Spieler

Vorteile für Gamer stellte Microsoft ebenfalls in Aussicht. Genaue Details in Richtung Performance-Verbesserung will man auf der Spiele-Messe E3 (14. bis 16. Juni 2016 in Los Angeles) verraten. Bislang heißt es kryptisch, dass PC und Spielkonsole weiter verschmelzen. Wenige Beispiele nannte man: So macht das Jubiläums-Update aus Xbox Store und Windows Store eine zentrale Anlaufstelle für Apps unterschiedlicher Systeme. Dank des Updates lässt sich die Konsole in einen Entwicklermodus versetzen – bislang war dafür eine teure Extra-Version erforderlich. Cortana landet nun auch auf der Xbox One und wer es mag, zockt künftig mit individueller Hintergrundmusik statt des Spiele-Sounds. Nette Zugaben, aber Killer-Features sind das nicht.

Wann kommt das Jubiläums-Update?

Während der Präsentation sprach Microsoft lediglich von Sommer 2016 als Veröffentlichungstermin für die Aktualisierung. In Hintergrundgesprächen war aber zu vernehmen, dass man das Jubiläums-Update möglichst nah am Jahrestag von Windows 10 herausbringen möchte. Das wäre der 29. Juli 2016. Bereits vorab zeigt Microsoft die Funktionen im Rahmen des Insider-Programms. Wer wissen will, was da kommt, muss sich gedulden: In der aktuellen Version ist von den gezeigten Funktionen noch nichts zu sehen. Bis Mitte April soll sich das ändern.

Upgrade-Angebot läuft aus

Das kostenlose Upgrade-Angebot läuft am 29. Juli 2016 aus, ein Jahr nach dem Erscheinen von Windows 10. Danach ist der Umstieg auf die neueste Windows-Version für Nutzer von Windows 7/8 kostenpflichtig. Was Microsoft dann für die Lizenz verlangt und ob es noch eine zeitlich begrenzte Rabatt-Aktion gibt, steht laut Mehdi aktuell nicht fest

Fazit: Microsoft Build 2016

Statt wie bislang klassisch an einem Nachfolger, also Windows 11, zu arbeiten, will Microsoft neue Funktionen für die 10er-Fassung alle paar Monate per Windows-Update nachliefern. Entsprechend spricht Microsoft bereits davon, dass es sich bei Windows 10 um die letzte Version von Windows handele. Mit dem Jubiläums-Update rüstet der Konzern sein Betriebssystem sinnvoll auf. Wichtig für Nutzer älterer Windows-Versionen: Nur wer bis Ende Juli 2016 auf Windows 10 umsteigt, erhält die Software und das Anniversary Update gratis! Microsofts genereller Plan für die Zukunft: Weg vom klassischen OS, das Festplatte und Programme verwaltet, hin zum smarten Begleiter in allen Lebenslagen. Dabei fokussiert sich Microsoft nicht mehr nur auf den PC und Windows als Zugpferd, sondern will Windows als zentrale Entwicklerplattform etablieren. Daher erscheint es nur logisch, dass der Konzern mittlerweile auch Werkzeuge für fremde Plattformen wie Android, iOS & Co. zur Verfügung stellt. Mit seinem Ausblick auf die Rolle von Bots als die Apps von morgen zeigt Microsoft, dass man den Markt der künstlichen Intelligenz nicht kampflos der Konkurrenz überlässt.

 

 

Quelle: Computerbild.de

Sacha Ruchti


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